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Fachinformation für Verordnende

Psychiatrie

Wenn Symptome den Tagesablauf übernehmen.

Ergotherapie wird relevant, wenn Antrieb, Affektregulation, Kognition oder soziale Belastbarkeit die Ausführung alltäglicher Rollen verhindern. Behandelt wird nicht abstrakte Beschäftigung, sondern die konkrete Wiederaufnahme von Selbstversorgung, Tagesstruktur und Teilhabe.

Verordnungsanlässe prüfen

Rolle der Ergotherapie

Psychische Stabilisierung in Handeln übersetzen

Depressive Erkrankung

wenn Aktivitätsverlust, Rückzug und fehlende Tagesstruktur die Genesung erschweren

Psychotische Erkrankung

wenn Planung, Selbstversorgung und soziale Rollen im Alltag instabil sind

Angst-, Zwangs- oder Belastungsstörung

wenn Vermeidung und ritualisierte Abläufe Teilhabe begrenzen

Persönlichkeits- oder affektive Störung

wenn Belastungsregulation und verlässliche Rollenführung nicht gelingen

Wann sollte verordnet werden?

Wenn psychische Symptome den Tagesablauf bestimmen.

Eine Verordnung wird besonders relevant, wenn mindestens eine dieser Situationen konkrete Selbstständigkeit oder Teilhabe begrenzt.

01

Der Tag verliert Struktur

Aufstehen, Mahlzeiten, Termine und Schlafrhythmus sind nicht mehr verlässlich organisiert.

02

Selbstversorgung nimmt ab

Körperpflege, Einkauf, Ernährung oder Wohnungsführung werden vernachlässigt.

03

Erkenntnis wird nicht Handlung

Besprochene Strategien können in konkreten Belastungssituationen nicht umgesetzt werden.

04

Rückkehr scheitert an Dosierung

Arbeit, Ausbildung oder soziale Kontakte werden zu früh überfordert oder vollständig vermieden.

Konkreter Patientennutzen

Was im Alltag wieder möglich werden kann.

Behandlungspfad

Strukturiert, zielbezogen, transparent.

Der Therapieverlauf wird an der Ausführung relevanter Aktivitäten beurteilt.

  1. 01

    Befund

    Funktion, Aktivitätsdurchführung, Kontext und bisherige Kompensation werden erfasst.

  2. 02

    Ziel

    Wenige relevante Tätigkeiten werden beobachtbar und überprüfbar formuliert.

  3. 03

    Intervention

    Verfahren, Schwierigkeit, Wiederholung und Hilfestellung folgen dem klinischen Problem.

  4. 04

    Transfer

    Strategien, Hilfsmittel und Übung werden in das tatsächliche Umfeld übertragen.

  5. 05

    Evaluation

    Fortschritt, Restgrenzen und nächste Schritte werden geprüft und zurückgemeldet.

Verfahren mit klarem Zweck

Die Methode folgt dem Problem.

Auswahl und Dosierung berücksichtigen Befund, Belastbarkeit, Risiken und das vereinbarte Aktivitätsziel.

Betätigungsbasierter Aktivitätsaufbau

Wann?

Bei Antriebsminderung und ausgeprägtem Rückzug.

Wozu?

Bedeutsame Tätigkeiten werden klein, konkret und überprüfbar geplant statt allgemein empfohlen.

Tages- und Wochenstruktur

Wann?

Bei instabilen Routinen.

Wozu?

Selbstversorgung, Pflichten, Erholung und soziale Aktivität werden realistisch verteilt und praktisch erprobt.

Belastungserprobung

Wann?

Bei Unsicherheit über Leistungsgrenzen.

Wozu?

Aufgaben werden dosiert durchgeführt; Warnsignale, Pausen und Erholung werden anschließend ausgewertet.

Handlungsplanung

Wann?

Bei exekutiven oder umsetzungsbezogenen Problemen.

Wozu?

Beginn, Reihenfolge, Abschluss und Kontrolle einer realen Tätigkeit werden systematisch bearbeitet.

Illustrativer Verlauf

Vom Befund zur relevanten Handlung.

Fiktives Beispiel zur Darstellung des Vorgehens; kein Erfolgsversprechen.

01

Ausgangssituation

Bei depressiver Erkrankung bestehen Einsicht und Behandlungsbereitschaft, aber der Patient bleibt bis mittags im Bett und sagt Termine kurzfristig ab.

02

Therapeutischer Fokus

Konkrete Morgenroutine, abgestufter Aktivitätsplan, Vorbereitung von Hindernissen und wöchentliche Auswertung der Durchführung.

03

Möglicher Zielverlauf

Möglicher Verlauf: vereinbarte Grundaktivitäten und einzelne Termine werden regelmäßiger und mit weniger äußerer Steuerung umgesetzt.

Zusammenarbeit

Was Verordnende von Lemada erwarten dürfen.

  • Priorisierte Therapieziele mit konkretem Alltagsbezug
  • Nachvollziehbare Verlaufs- und Abschlussberichte
  • Rücksprache bei relevanten Veränderungen oder Zielkonflikten
  • Befundbezogene Hilfsmittel- und Umfeldempfehlungen
  • Transparente Einschätzung erreichter Ziele und bestehender Grenzen

Evidenzorientierung

Leitlinienorientiert und zielbezogen evaluiert.

Wir berücksichtigen aktuelle fachliche Leitlinien und verbinden sie mit Befund, Kontext und dem priorisierten Aktivitätsziel. Wir formulieren keine Heil- oder Erfolgsgarantien.

Fachliche Abstimmung

Sie möchten einen konkreten Fall besprechen?

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