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Fachinformation für Verordnende

Kinder- & Jugendmedizin

Wenn Entwicklung im Alltag nicht mit den Anforderungen mitkommt.

Ergotherapie ist relevant, wenn motorische, sensorische, kognitive oder regulatorische Schwierigkeiten Selbstständigkeit, Spiel und schulische Teilhabe konkret begrenzen. Dazu gehören auch alltagsrelevante Folgen von ADS/ADHS, Konzentrationsschwierigkeiten und Problemen der Emotionsregulation. Entscheidend sind beobachtbare Aktivitäten - nicht eine isolierte Abweichung vom Altersdurchschnitt.

Verordnungsanlässe prüfen

Rolle der Ergotherapie

Entwicklung an echter Teilhabe messen

ADS, ADHS oder Konzentrationsschwierigkeit

wenn Aufmerksamkeit, Impulssteuerung oder Handlungsorganisation die Teilnahme zu Hause, in Kita oder Schule begrenzen

Emotions- und Selbstregulation

wenn Frustration, Übergänge oder Reizbelastung wiederholt zum Abbruch alltäglicher Situationen führen

Motorische oder sensorische Entwicklungsauffälligkeit

wenn Koordination, Feinmotorik oder Wahrnehmungsverarbeitung Alltags- und Schulhandlungen behindern

Neurologische, genetische oder globale Entwicklungsstörung

wenn Selbstversorgung und Teilhabe angepasste Strategien benötigen

Wann sollte verordnet werden?

Wenn Entwicklung in Alltag, Kita oder Schule ins Stocken gerät.

Eine Verordnung wird besonders relevant, wenn mindestens eine dieser Situationen konkrete Selbstständigkeit oder Teilhabe begrenzt.

01

Aufmerksamkeit reicht für die Handlung nicht

Das Kind versteht die Aufgabe, verliert aber wiederholt den Faden, beginnt nicht oder beendet sie nur mit enger Begleitung.

02

Emotionen unterbrechen den Alltag

Kleine Misserfolge, Wartezeiten oder Übergänge führen regelmäßig zu starker Überforderung, Rückzug oder impulsivem Verhalten.

03

Selbstständigkeit und Schulorganisation stocken

Anziehen, Essen, Schreiben, Materialorganisation oder der Wechsel zwischen Aufgaben benötigen unverhältnismäßig viel Hilfe.

04

Teilhabe wird kleiner

Spiel, Gruppenaktivitäten, Kita- oder Unterrichtssituationen werden vermieden oder wiederholt abgebrochen.

Konkreter Patientennutzen

Was im Alltag wieder möglich werden kann.

Behandlungspfad

Strukturiert, zielbezogen, transparent.

Der Therapieverlauf wird an der Ausführung relevanter Aktivitäten beurteilt.

  1. 01

    Befund

    Funktion, Aktivitätsdurchführung, Kontext und bisherige Kompensation werden erfasst.

  2. 02

    Ziel

    Wenige relevante Tätigkeiten werden beobachtbar und überprüfbar formuliert.

  3. 03

    Intervention

    Verfahren, Schwierigkeit, Wiederholung und Hilfestellung folgen dem klinischen Problem.

  4. 04

    Transfer

    Strategien, Hilfsmittel und Übung werden in das tatsächliche Umfeld übertragen.

  5. 05

    Evaluation

    Fortschritt, Restgrenzen und nächste Schritte werden geprüft und zurückgemeldet.

Verfahren mit klarem Zweck

Die Methode folgt dem Problem.

Auswahl und Dosierung berücksichtigen Befund, Belastbarkeit, Risiken und das vereinbarte Aktivitätsziel.

Handlungsorientiertes Aufmerksamkeitstraining

Wann?

Wenn Konzentration vor allem bei konkreten Aufgaben abbricht.

Wozu?

Aufgabenbeginn, Arbeitsabschnitte, Ablenkungsreduktion, Pausen und Abschluss werden an einer bedeutsamen Tätigkeit erprobt.

Emotions- und Selbstregulation im Alltag

Wann?

Wenn Frustration, Impulsivität oder Reizüberlastung Teilhabe begrenzen.

Wozu?

Auslöser und Warnsignale werden erkannt und mit konkreten Strategien für Übergänge, Pausen und Wiederaufnahme verbunden.

Visuelle Struktur und Handlungspläne

Wann?

Bei ADS/ADHS, Organisations- und Übergangsproblemen.

Wozu?

Schritte und Erwartungen werden sichtbar gemacht; äußere Hilfen werden passend zur Entwicklung schrittweise angepasst.

Eltern-, Kita- und Schulberatung

Wann?

Wenn Anforderungen und Unterstützung in verschiedenen Umgebungen nicht zusammenpassen.

Wozu?

Wenige umsetzbare Veränderungen werden gemeinsam festgelegt und anhand beobachtbarer Alltagssituationen überprüft.

Illustrativer Verlauf

Vom Befund zur relevanten Handlung.

Fiktives Beispiel zur Darstellung des Vorgehens; kein Erfolgsversprechen.

01

Ausgangssituation

Ein Grundschulkind mit ADHS kennt die Arbeitsaufträge, beginnt jedoch selten selbstständig, reagiert auf Fehler mit starkem Frust und beendet schriftliche Aufgaben kaum.

02

Therapeutischer Fokus

Analyse einer typischen Arbeitsphase, visuelle Startfolge, kurze planbare Abschnitte, vereinbartes Pausensignal und eingeübte Strategie zur Rückkehr nach Frustration.

03

Möglicher Zielverlauf

Möglicher Verlauf: ausgewählte Aufgaben werden mit weniger Aufforderungen begonnen, nach Unterbrechungen wieder aufgenommen und häufiger beendet.

Zusammenarbeit

Was Verordnende von Lemada erwarten dürfen.

  • Priorisierte Therapieziele mit konkretem Alltagsbezug
  • Nachvollziehbare Verlaufs- und Abschlussberichte
  • Rücksprache bei relevanten Veränderungen oder Zielkonflikten
  • Befundbezogene Hilfsmittel- und Umfeldempfehlungen
  • Transparente Einschätzung erreichter Ziele und bestehender Grenzen

Evidenzorientierung

Leitlinienorientiert und zielbezogen evaluiert.

Wir berücksichtigen aktuelle fachliche Leitlinien und verbinden sie mit Befund, Kontext und dem priorisierten Aktivitätsziel. Wir formulieren keine Heil- oder Erfolgsgarantien.

Fachliche Abstimmung

Sie möchten einen konkreten Fall besprechen?

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