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Fachinformation für Verordnende

Geriatrie

Wenn kleine Einschränkungen den Verbleib zu Hause gefährden.

Geriatrische Ergotherapie verbindet motorische, kognitive und umgebungsbezogene Faktoren mit der Frage, welche täglichen Aktivitäten sicher erhalten werden können. Zielkriterien sind Selbstversorgung, Risikoreduktion und eine tragfähige Unterstützungsstruktur.

Verordnungsanlässe prüfen

Rolle der Ergotherapie

Selbstständigkeit im eigenen Umfeld sichern

Neurologische Erkrankung

wenn Armgebrauch, Wahrnehmung oder Kognition Selbstversorgung beeinträchtigen

Demenzielle Entwicklung

wenn Routinen, Orientierung und Sicherheit alltagsrelevant nachlassen

Sturz oder orthopädische Erkrankung

wenn Angst, Hilfsmittelgebrauch und Aktivitätsverlust zusammenwirken

Multimorbidität und Frailty

wenn Belastbarkeit und mehrere kleine Defizite häusliche Abläufe gefährden

Wann sollte verordnet werden?

Wenn vertraute Routinen zunehmend Unterstützung brauchen.

Eine Verordnung wird besonders relevant, wenn mindestens eine dieser Situationen konkrete Selbstständigkeit oder Teilhabe begrenzt.

01

ADL werden übernommen

Waschen, Anziehen oder Essen erfolgen mit mehr Hilfe als funktionell notwendig.

02

Sturzrisiken bleiben im Alltag

Hilfsmittel sind vorhanden, werden aber bei Transfers und Tätigkeiten nicht zuverlässig genutzt.

03

Routinen brechen weg

Mahlzeiten, Medikamente und Termine sind nicht mehr ausreichend organisiert.

04

Angehörige sind überlastet

Hilfe erfolgt ständig, ohne klare Aufgabenverteilung oder kompensierende Umgebung.

Konkreter Patientennutzen

Was im Alltag wieder möglich werden kann.

Behandlungspfad

Strukturiert, zielbezogen, transparent.

Der Therapieverlauf wird an der Ausführung relevanter Aktivitäten beurteilt.

  1. 01

    Befund

    Funktion, Aktivitätsdurchführung, Kontext und bisherige Kompensation werden erfasst.

  2. 02

    Ziel

    Wenige relevante Tätigkeiten werden beobachtbar und überprüfbar formuliert.

  3. 03

    Intervention

    Verfahren, Schwierigkeit, Wiederholung und Hilfestellung folgen dem klinischen Problem.

  4. 04

    Transfer

    Strategien, Hilfsmittel und Übung werden in das tatsächliche Umfeld übertragen.

  5. 05

    Evaluation

    Fortschritt, Restgrenzen und nächste Schritte werden geprüft und zurückgemeldet.

Verfahren mit klarem Zweck

Die Methode folgt dem Problem.

Auswahl und Dosierung berücksichtigen Befund, Belastbarkeit, Risiken und das vereinbarte Aktivitätsziel.

ADL-Training

Wann?

Wenn Selbstversorgung praktisch eingeschränkt ist.

Wozu?

Waschen, Anziehen, Essen und Haushaltsaufgaben werden in der benötigten Reihenfolge geübt.

Umfeldanpassung und Sturzprophylaxe

Wann?

Wenn Barrieren oder unsichere Routinen Risiko erzeugen.

Wozu?

Wohnumgebung, Gegenstände und Handlungsabläufe werden gemeinsam überprüft und angepasst.

Kognitive Kompensation

Wann?

Bei Orientierungs-, Gedächtnis- oder Planungsproblemen.

Wozu?

Beschriftungen, Kalender, feste Ablagen und vereinfachte Schritte werden in bestehende Routinen eingebaut.

Angehörigenberatung

Wann?

Wenn die Balance zwischen Sicherheit und Selbstständigkeit unklar ist.

Wozu?

Hilfen werden konkret dosiert; Übernahme, Anleitung und Beaufsichtigung werden unterschieden.

Illustrativer Verlauf

Vom Befund zur relevanten Handlung.

Fiktives Beispiel zur Darstellung des Vorgehens; kein Erfolgsversprechen.

01

Ausgangssituation

Nach einem Sturz nutzt eine Patientin den Rollator im Flur, lässt ihn in Küche und Bad aber stehen und vermeidet zunehmend Mahlzeitenzubereitung.

02

Therapeutischer Fokus

Analyse der Wege und Küchenhandlung, Positionierung des Hilfsmittels, Greif- und Transportstrategien sowie Angehörigenabstimmung.

03

Möglicher Zielverlauf

Möglicher Verlauf: eine vorbereitete Mahlzeit gelingt mit vereinbarten Sicherheitsmaßnahmen und weniger personeller Hilfe.

Zusammenarbeit

Was Verordnende von Lemada erwarten dürfen.

  • Priorisierte Therapieziele mit konkretem Alltagsbezug
  • Nachvollziehbare Verlaufs- und Abschlussberichte
  • Rücksprache bei relevanten Veränderungen oder Zielkonflikten
  • Befundbezogene Hilfsmittel- und Umfeldempfehlungen
  • Transparente Einschätzung erreichter Ziele und bestehender Grenzen

Evidenzorientierung

Leitlinienorientiert und zielbezogen evaluiert.

Wir berücksichtigen aktuelle fachliche Leitlinien und verbinden sie mit Befund, Kontext und dem priorisierten Aktivitätsziel. Wir formulieren keine Heil- oder Erfolgsgarantien.

Fachliche Abstimmung

Sie möchten einen konkreten Fall besprechen?

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