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Fachinformation für Verordnende

Allgemeinmedizin

Wenn Selbstständigkeit abnimmt, bevor eine einzelne Diagnose alles erklärt.

In der hausärztlichen Versorgung wird Ergotherapie relevant, wenn chronische, neurologische, orthopädische oder psychische Belastungen konkrete Alltagsroutinen gefährden. Der Fokus liegt auf funktionaler Einordnung, umsetzbaren Zielen und dem Erhalt häuslicher Selbstständigkeit.

Verordnungsanlässe prüfen

Rolle der Ergotherapie

Orientierung bei komplexen Verläufen

Multimorbidität

wenn mehrere moderate Einschränkungen zusammen den Alltag nicht mehr tragfähig machen

Nach Klinikaufenthalt

wenn Mobilität zurückkehrt, Selbstversorgung und Haushaltsführung aber nicht

Kognitive Veränderung

wenn Medikamente, Termine, Finanzen oder Tagesabläufe fehleranfällig werden

Psychische oder chronische Erkrankung

wenn Antrieb, Belastbarkeit oder Schmerz zu deutlichem Aktivitätsverlust führen

Wann sollte verordnet werden?

Wenn Selbstständigkeit im Alltag brüchig wird.

Eine Verordnung wird besonders relevant, wenn mindestens eine dieser Situationen konkrete Selbstständigkeit oder Teilhabe begrenzt.

01

Angehörige übernehmen mehr

Aufgaben werden schrittweise ersetzt, obwohl Teilfähigkeiten noch vorhanden sind.

02

Medikamente werden unsicher

Einnahme, Nachbestellung oder Arzttermine gelingen nicht mehr verlässlich.

03

Alltag schrumpft

Mahlzeiten, Haushalt, soziale Kontakte oder außerhäusliche Wege fallen zunehmend weg.

04

Funktion und Alltag passen nicht

Einzelne Tests wirken unauffällig, zu Hause scheitern jedoch komplexe Abläufe.

Konkreter Patientennutzen

Was im Alltag wieder möglich werden kann.

Behandlungspfad

Strukturiert, zielbezogen, transparent.

Der Therapieverlauf wird an der Ausführung relevanter Aktivitäten beurteilt.

  1. 01

    Befund

    Funktion, Aktivitätsdurchführung, Kontext und bisherige Kompensation werden erfasst.

  2. 02

    Ziel

    Wenige relevante Tätigkeiten werden beobachtbar und überprüfbar formuliert.

  3. 03

    Intervention

    Verfahren, Schwierigkeit, Wiederholung und Hilfestellung folgen dem klinischen Problem.

  4. 04

    Transfer

    Strategien, Hilfsmittel und Übung werden in das tatsächliche Umfeld übertragen.

  5. 05

    Evaluation

    Fortschritt, Restgrenzen und nächste Schritte werden geprüft und zurückgemeldet.

Verfahren mit klarem Zweck

Die Methode folgt dem Problem.

Auswahl und Dosierung berücksichtigen Befund, Belastbarkeit, Risiken und das vereinbarte Aktivitätsziel.

Alltagsdiagnostik

Wann?

Wenn die Ursache des Selbstständigkeitsverlusts im Sprechzimmer schwer greifbar bleibt.

Wozu?

Eine relevante Routine wird in ihren motorischen, kognitiven und umgebungsbezogenen Anforderungen analysiert.

Kompensationsstrategien

Wann?

Bei bleibenden kognitiven oder körperlichen Einschränkungen.

Wozu?

Checklisten, feste Ablagen, vereinfachte Abläufe und Hilfsmittel werden praktisch etabliert.

Aktivitätsaufbau

Wann?

Bei Inaktivität, reduzierter Belastbarkeit oder langem Krankheitsverlauf.

Wozu?

Wichtige Tätigkeiten werden dosiert wiederaufgenommen und anhand ihrer Durchführbarkeit überprüft.

Angehörigenberatung

Wann?

Wenn gut gemeinte Hilfe Selbstständigkeit unbeabsichtigt ersetzt.

Wozu?

Unterstützung wird so abgestimmt, dass Sicherheit entsteht und vorhandene Fähigkeiten genutzt werden.

Illustrativer Verlauf

Vom Befund zur relevanten Handlung.

Fiktives Beispiel zur Darstellung des Vorgehens; kein Erfolgsversprechen.

01

Ausgangssituation

Nach mehreren Krankenhausaufenthalten kann eine ältere Patientin gehen, bereitet aber keine Mahlzeiten mehr zu und verwechselt Medikamente.

02

Therapeutischer Fokus

Analyse von Küchen- und Medikamentenroutine, vereinfachte Ablage, visuelle Schrittfolge und Angehörigenabstimmung.

03

Möglicher Zielverlauf

Möglicher Verlauf: vorbereitete Mahlzeiten und Medikamenteneinnahme gelingen mit klar definierter, geringerer Hilfe.

Zusammenarbeit

Was Verordnende von Lemada erwarten dürfen.

  • Priorisierte Therapieziele mit konkretem Alltagsbezug
  • Nachvollziehbare Verlaufs- und Abschlussberichte
  • Rücksprache bei relevanten Veränderungen oder Zielkonflikten
  • Befundbezogene Hilfsmittel- und Umfeldempfehlungen
  • Transparente Einschätzung erreichter Ziele und bestehender Grenzen

Evidenzorientierung

Leitlinienorientiert und zielbezogen evaluiert.

Wir berücksichtigen aktuelle fachliche Leitlinien und verbinden sie mit Befund, Kontext und dem priorisierten Aktivitätsziel. Wir formulieren keine Heil- oder Erfolgsgarantien.

Fachliche Abstimmung

Sie möchten einen konkreten Fall besprechen?

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