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Fachinformation für Verordnende

Neurologie & Nervenheilkunde

Wenn Funktion noch nicht wieder Handlung bedeutet.

Ergotherapie ist angezeigt, wenn motorische, sensorische oder kognitive Defizite konkrete Aktivitäten verhindern – auch dann, wenn Kraft und Mobilität bereits Fortschritte zeigen.

Verordnungsanlässe prüfen

Rolle der Ergotherapie

Nicht nur den Arm bewegen. Mit ihm wieder frühstücken.

Schlaganfall & Hirnschädigung

wenn vorhandene Funktion in Selbstversorgung und Alltag noch nicht eingesetzt wird

Morbus Parkinson

wenn Bewegungsplanung, Feinmotorik oder Tagesabläufe unsicher werden

Multiple Sklerose

wenn Fatigue, Kognition oder Handfunktion die Teilhabe begrenzen

Polyneuropathie oder Nervenläsion

wenn Sensibilität und sicherer Gegenstandsgebrauch beeinträchtigt sind

Wann sollte verordnet werden?

Wenn Funktion im Alltag noch nicht ankommt.

Eine Verordnung wird besonders relevant, wenn mindestens eine dieser Situationen konkrete Selbstständigkeit oder Teilhabe begrenzt.

01

Arm-Hand-Gebrauch

Vorhandene Funktion wird spontan kaum in Handlungen eingesetzt – etwa beim Essen, Ankleiden oder Tragen.

02

Feinmotorik

Besteck, Knöpfe, Stift, Schlüssel oder Smartphone lassen sich nicht ausreichend sicher bedienen.

03

Kognition

Planung, Aufmerksamkeit oder Gedächtnis verhindern Medikamentenmanagement, Einkaufen oder selbstständige Tagesabläufe.

04

Selbstversorgung

Waschen, Duschen, Anziehen oder Mahlzeiten gelingen nur mit wachsender Hilfe durch Angehörige.

05

Fatigue & Belastung

Aktivitäten brechen früh ab; Energie reicht nicht verlässlich für Haushalt, Familie oder Beruf.

06

Transferproblem

Kraft oder Beweglichkeit sind messbar vorhanden, werden im Alltag aber nicht funktionell genutzt.

Konkreter Patientennutzen

Was im Alltag wieder möglich werden kann.

Behandlungspfad

Strukturiert, zielbezogen, transparent.

Der Therapieverlauf wird an der Ausführung relevanter Aktivitäten beurteilt.

  1. 01

    Befund

    Funktion, Aktivitätsdurchführung, Kontext und bisherige Kompensation werden erfasst.

  2. 02

    Ziel

    Wenige relevante Tätigkeiten werden beobachtbar und überprüfbar formuliert.

  3. 03

    Intervention

    Verfahren, Schwierigkeit, Wiederholung und Hilfestellung folgen dem klinischen Problem.

  4. 04

    Transfer

    Strategien, Hilfsmittel und Übung werden in das tatsächliche Umfeld übertragen.

  5. 05

    Evaluation

    Fortschritt, Restgrenzen und nächste Schritte werden geprüft und zurückgemeldet.

Verfahren mit klarem Zweck

Die Methode folgt dem Problem.

Auswahl und Dosierung berücksichtigen Befund, Belastbarkeit, Risiken und das vereinbarte Aktivitätsziel.

Aufgabenspezifisches Training

Wann?

Wenn eine konkrete Handlung nicht gelingt.

Wozu?

Relevante Tätigkeiten werden wiederholt und angemessen abgestuft ausgeführt.

CIMT / forcierter Gebrauch

Wann?

Bei geeigneter Restfunktion und ausgeprägtem Nichtgebrauch.

Wozu?

Der Einsatz des betroffenen Arms wird intensiv in funktionellen Aufgaben angebahnt.

Spiegeltherapie

Wann?

Als mögliche Ergänzung bei ausgewählten motorischen Beeinträchtigungen oder Schmerzphänomenen.

Wozu?

Visuelles Feedback kann Bewegungsanbahnung ergänzen; der Transfer in aktive Handlungen bleibt entscheidend.

Kognitive Kompensation

Wann?

Wenn Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Exekutivfunktionen die Selbstständigkeit begrenzen.

Wozu?

Externe Hilfen und feste Abläufe werden in der tatsächlichen Alltagssituation erprobt.

Umfeld- und Hilfsmittelanpassung

Wann?

Wenn Fähigkeiten allein nicht für Sicherheit oder Selbstständigkeit ausreichen.

Wozu?

Gegenstände, Abläufe und Umgebung werden passend verändert.

Illustrativer Verlauf

Vom Befund zur relevanten Handlung.

Fiktives Beispiel zur Darstellung des Vorgehens; kein Erfolgsversprechen.

01

Ausgangssituation

Nach Schlaganfall ist selektives Greifen möglich. Beim Frühstück bleibt die betroffene Hand dennoch im Schoß.

02

Therapeutischer Fokus

Analyse der Frühstückssituation, repetitives Greifen, beidhändige Handlungen und abgestufte Hinweise.

03

Möglicher Zielverlauf

Möglicher Verlauf: Die betroffene Hand wird bei ausgewählten Teilschritten verlässlich eingesetzt und es wird weniger Hilfe benötigt.

Zusammenarbeit

Was Verordnende von Lemada erwarten dürfen.

  • Priorisierte Therapieziele mit konkretem Alltagsbezug
  • Nachvollziehbare Verlaufs- und Abschlussberichte
  • Rücksprache bei relevanten Veränderungen oder Zielkonflikten
  • Befundbezogene Hilfsmittel- und Umfeldempfehlungen
  • Transparente Einschätzung erreichter Ziele und bestehender Grenzen

Evidenzorientierung

Leitlinienorientiert und zielbezogen evaluiert.

Wir berücksichtigen aktuelle fachliche Leitlinien und verbinden sie mit Befund, Kontext und dem priorisierten Aktivitätsziel. Wir formulieren keine Heil- oder Erfolgsgarantien.

Fachliche Abstimmung

Sie möchten einen konkreten Fall besprechen?

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