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Fachinformation für Verordnende

Onkologie & Nachsorge

Wenn die Akuttherapie endet, aber der frühere Alltag noch nicht zurück ist.

Ergotherapie wird in der onkologischen Nachsorge relevant, wenn Fatigue, Polyneuropathie, kognitive Veränderungen oder Funktionsverlust die Wiederaufnahme von Selbstversorgung, Familie und Beruf begrenzen.

Verordnungsanlässe prüfen

Rolle der Ergotherapie

Teilhabe nach belastender Behandlung neu aufbauen

Cancer-related Fatigue

wenn verfügbare Energie nicht für priorisierte Rollen und Aufgaben reicht

Chemotherapieinduzierte Polyneuropathie

wenn Sensibilität und Feinmotorik Sicherheit oder Handgebrauch beeinträchtigen

Kognitive Veränderung

wenn Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Planung berufliche und häusliche Abläufe stören

Postoperativer Funktionsverlust

wenn Beweglichkeit, Kraft oder Narben den Alltag nach Behandlung begrenzen

Wann sollte verordnet werden?

Wenn nach der Akuttherapie der Alltag noch nicht zurückkehrt.

Eine Verordnung wird besonders relevant, wenn mindestens eine dieser Situationen konkrete Selbstständigkeit oder Teilhabe begrenzt.

01

Alltag wird nach Leistungsspitzen abgebrochen

Gute Tage führen zu Überaktivität, gefolgt von längerer Erschöpfung.

02

Feinmotorik wird unsicher

Knöpfe, Schreiben, Smartphone oder Küchenhandlungen gelingen nicht zuverlässig.

03

Berufsrückkehr bleibt diffus

Anforderungen, Belastungsstufen und notwendige Anpassungen sind nicht konkretisiert.

04

Rollen bleiben aufgegeben

Elternschaft, Haushalt, Freizeit oder soziale Aufgaben werden dauerhaft von anderen übernommen.

Konkreter Patientennutzen

Was im Alltag wieder möglich werden kann.

Behandlungspfad

Strukturiert, zielbezogen, transparent.

Der Therapieverlauf wird an der Ausführung relevanter Aktivitäten beurteilt.

  1. 01

    Befund

    Funktion, Aktivitätsdurchführung, Kontext und bisherige Kompensation werden erfasst.

  2. 02

    Ziel

    Wenige relevante Tätigkeiten werden beobachtbar und überprüfbar formuliert.

  3. 03

    Intervention

    Verfahren, Schwierigkeit, Wiederholung und Hilfestellung folgen dem klinischen Problem.

  4. 04

    Transfer

    Strategien, Hilfsmittel und Übung werden in das tatsächliche Umfeld übertragen.

  5. 05

    Evaluation

    Fortschritt, Restgrenzen und nächste Schritte werden geprüft und zurückgemeldet.

Verfahren mit klarem Zweck

Die Methode folgt dem Problem.

Auswahl und Dosierung berücksichtigen Befund, Belastbarkeit, Risiken und das vereinbarte Aktivitätsziel.

Energiemanagement

Wann?

Bei Fatigue und schwankender Leistungsfähigkeit.

Wozu?

Aktivitäten werden priorisiert, zeitlich verteilt, angepasst und mit rechtzeitigen Pausen verbunden.

Kognitive Strategien

Wann?

Bei Aufmerksamkeits- und Gedächtnisproblemen.

Wozu?

Störungsarme Arbeitsphasen, externe Hilfen und vereinfachte Abläufe werden in realen Aufgaben etabliert.

Sensibilitäts- und Handfunktionstraining

Wann?

Bei Polyneuropathie oder funktioneller Einschränkung.

Wozu?

Sicherheitsstrategien, Gegenstandsgebrauch und feinmotorische Anforderungen werden befundabhängig bearbeitet.

Rollen- und arbeitsbezogener Aufbau

Wann?

Wenn Rückkehr in Familie oder Beruf geplant wird.

Wozu?

Anforderungen werden in belastbare Teilschritte übersetzt und ihre Durchführung ausgewertet.

Illustrativer Verlauf

Vom Befund zur relevanten Handlung.

Fiktives Beispiel zur Darstellung des Vorgehens; kein Erfolgsversprechen.

01

Ausgangssituation

Nach abgeschlossener Chemotherapie arbeitet ein Patient an guten Tagen mehrere Stunden am Stück und fällt anschließend für zwei Tage aus.

02

Therapeutischer Fokus

Aktivitätsprotokoll, Priorisierung, feste Pausenpunkte und stufenweise Erprobung typischer Büroaufgaben.

03

Möglicher Zielverlauf

Möglicher Verlauf: wichtige Aufgaben werden gleichmäßiger verteilt und über die Woche verlässlicher ausgeführt.

Zusammenarbeit

Was Verordnende von Lemada erwarten dürfen.

  • Priorisierte Therapieziele mit konkretem Alltagsbezug
  • Nachvollziehbare Verlaufs- und Abschlussberichte
  • Rücksprache bei relevanten Veränderungen oder Zielkonflikten
  • Befundbezogene Hilfsmittel- und Umfeldempfehlungen
  • Transparente Einschätzung erreichter Ziele und bestehender Grenzen

Evidenzorientierung

Leitlinienorientiert und zielbezogen evaluiert.

Wir berücksichtigen aktuelle fachliche Leitlinien und verbinden sie mit Befund, Kontext und dem priorisierten Aktivitätsziel. Wir formulieren keine Heil- oder Erfolgsgarantien.

Fachliche Abstimmung

Sie möchten einen konkreten Fall besprechen?

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