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Fachinformation für Verordnende

Orthopädie & Endoprothetik

Wenn das Gelenk versorgt ist, der persönliche Alltag aber noch nicht wieder gelingt.

Ergotherapie ergänzt die medizinische und physiotherapeutische Versorgung, wenn Einschränkungen nach Gelenkerkrankung oder Operation konkrete Alltagshandlungen betreffen. Im Mittelpunkt stehen Selbstversorgung, Hilfsmittelgebrauch, häusliche Anforderungen und die Rückkehr in persönliche Rollen.

Verordnungsanlässe prüfen

Rolle der Ergotherapie

Gelenkfunktion in Selbstständigkeit übersetzen

Hüft- oder Knieendoprothese

wenn Anziehen, Körperpflege, Transfers, Haushalt oder Hilfsmittelgebrauch nicht sicher gelingen

Wechselendoprothetik

wenn längere Verläufe und komplexe Belastungsvorgaben neue Alltagsstrategien erfordern

Schulter- und Gelenkchirurgie

wenn Reichweite, Kraft oder Schutzvorgaben den Armgebrauch im Alltag begrenzen

Degenerative Gelenkerkrankung

wenn Schmerzen, Kraftverlust oder Bewegungsangst zu Aktivitätsverlust führen

Was kann ich verordnen?

Vom klinischen Befund zur Ergotherapie.

Diese kompakte Lesehilfe folgt der Systematik des Heilmittelkatalogs: Diagnosegruppe, Leitsymptomatik, verordnungsfähiges Heilmittel und konkrete ergotherapeutische Umsetzung.

SB1

Motorisch-funktionelle Schädigung

Zum Beispiel bei Operationsfolgen, Endoprothesenimplantation oder traumatischen Gelenkerkrankungen mit Einschränkungen von Gelenk- oder Muskelfunktion.

SB2

Zusätzliche sensomotorische Schädigung

Wenn zusätzlich etwa Sensibilität, Körperwahrnehmung, Koordination, Grob- oder Feinmotorik betroffen sind. Maßgeblich bleibt der individuelle Befund.

Muster 13

Leitsymptomatik entscheidet

ICD-10-Code, Diagnosegruppe, Leitsymptomatik, Heilmittel, Menge und Frequenz werden für den konkreten Behandlungsfall geprüft.

Schnellübersicht für den klinischen Alltag

Was passt bei welchem Patienten?

Die Beispiele sind eine Orientierung und keine automatische Zuordnung allein aufgrund einer Operation oder Diagnose.

Beispiel

Hüft- oder Knieendoprothese

Diagnosegruppe
SB1 – Orientierung nach Befund
Typische Leitsymptomatik
Motorisch-funktionelle Einschränkung, etwa bei Gelenkbeweglichkeit, Stabilität, Muskelkraft oder Schmerz.
Verordnungsfähiges Heilmittel
Motorisch-funktionelle Behandlung; bei entsprechender Indikation auch als Gruppenbehandlung.
So arbeitet Lemada
Transfers, Anziehen, Körperpflege, Hilfsmittelgebrauch sowie ein dosierter Aufbau häuslicher Aktivitäten.
Beispiel

Schultersteife oder Operationsfolge

Diagnosegruppe
SB1 – Orientierung nach Befund
Typische Leitsymptomatik
Beweglichkeit, Stabilität, Kraft oder Koordination reichen für den Armgebrauch im Alltag noch nicht aus.
Verordnungsfähiges Heilmittel
Motorisch-funktionelle Behandlung; ergänzend können thermische Anwendungen verordnet werden.
So arbeitet Lemada
Armgebrauch beim Anziehen, Waschen, Kochen und bei beruflichen Tätigkeiten unter Beachtung der Belastungsvorgaben.
Beispiel

Komplexe Operationsfolge

Diagnosegruppe
SB2 – Orientierung nach Befund
Typische Leitsymptomatik
Zusätzlich zur motorischen Einschränkung bestehen beispielsweise Sensibilitäts-, Wahrnehmungs- oder Koordinationsstörungen.
Verordnungsfähiges Heilmittel
Motorisch-funktionelle und/oder sensomotorisch-perzeptive Behandlung – Auswahl nach Leitsymptomatik.
So arbeitet Lemada
Funktionstraining wird mit Sensibilitätsarbeit, Koordination und der sicheren Ausführung relevanter Alltagshandlungen verbunden.

Wann sollte verordnet werden?

Wenn Gelenkfunktion im Alltag noch nicht ausreicht.

Eine Verordnung wird besonders relevant, wenn mindestens eine dieser Situationen konkrete Selbstständigkeit oder Teilhabe begrenzt.

01

Selbstversorgung bleibt mühsam

Anziehen, Duschen, Toilettengang oder Mahlzeitenzubereitung benötigen weiterhin Hilfe.

02

Hilfsmittel werden nicht sicher genutzt

Greifhilfe, Strumpfanzieher oder andere Alltagshilfen sind vorhanden, aber nicht in Routinen integriert.

03

Schmerz verändert das Handeln

Schonverhalten oder wiederholte Überlastung verhindern einen nachvollziehbaren Aktivitätsaufbau.

04

Rückkehr in Rollen stockt

Haushalt, Angehörigenversorgung, Freizeit oder Beruf können trotz medizinischer Stabilität nicht aufgenommen werden.

Typische Fallkonstellationen

Wann Ergotherapie konkret ergänzt.

Die Beispiele zeigen mögliche ergotherapeutische Ansatzpunkte. Eine Operation allein begründet keine automatische Verordnung.

01

Hüftendoprothese

Selbstversorgung, Transfers und Hilfsmittelgebrauch

SB1 kann bei passender motorisch-funktioneller Leitsymptomatik eine Orientierung bieten.

02

Knieendoprothese

Alltagstätigkeiten, Belastungssteuerung und häusliche Anforderungen

SB1 kann bei passender motorisch-funktioneller Leitsymptomatik eine Orientierung bieten.

03

Wechselendoprothetik

komplexe Alltagsanpassung bei längerem oder erschwertem Verlauf

Zuordnung und Heilmittel richten sich nach dem individuellen Befund.

04

Schulteroperation

Armgebrauch bei Anziehen, Körperpflege, Haushalt und Beruf

Je nach Leitsymptomatik kommen SB1 oder SB2 als Orientierung in Betracht.

05

Degenerative Gelenkerkrankung

Aktivitätsverlust durch Schmerz, Kraftverlust oder Bewegungsangst

Ergotherapie wird relevant, wenn konkrete Betätigungen und Teilhabe eingeschränkt sind.

Konkreter Patientennutzen

Was im Alltag wieder möglich werden kann.

Behandlungspfad

Strukturiert, zielbezogen, transparent.

Der Therapieverlauf wird an der Ausführung relevanter Aktivitäten beurteilt.

  1. 01

    Befund

    Funktion, Aktivitätsdurchführung, Kontext und bisherige Kompensation werden erfasst.

  2. 02

    Ziel

    Wenige relevante Tätigkeiten werden beobachtbar und überprüfbar formuliert.

  3. 03

    Intervention

    Verfahren, Schwierigkeit, Wiederholung und Hilfestellung folgen dem klinischen Problem.

  4. 04

    Transfer

    Strategien, Hilfsmittel und Übung werden in das tatsächliche Umfeld übertragen.

  5. 05

    Evaluation

    Fortschritt, Restgrenzen und nächste Schritte werden geprüft und zurückgemeldet.

Verfahren mit klarem Zweck

Die Methode folgt dem Problem.

Auswahl und Dosierung berücksichtigen Befund, Belastbarkeit, Risiken und das vereinbarte Aktivitätsziel.

Training der Selbstversorgung

Wann?

Wenn Bewegungs- oder Belastungsvorgaben alltägliche Abläufe erschweren.

Wozu?

Anziehen, Körperpflege und Transfers werden mit passenden Strategien und Hilfsmitteln praktisch erarbeitet.

Hilfsmittel- und Umfeldberatung

Wann?

Wenn vorhandene Lösungen nicht zur Person oder Wohnsituation passen.

Wozu?

Hilfsmittel und räumliche Anpassungen werden an konkreten Tätigkeiten erprobt.

Alltagsbezogener Belastungsaufbau

Wann?

Wenn medizinische Belastbarkeit noch nicht in verlässliche Aktivität übergeht.

Wozu?

Dauer, Wiederholung und Komplexität werden anhand relevanter Aufgaben schrittweise gesteigert.

Schmerzbezogene Aktivitätssteuerung

Wann?

Wenn Vermeidung und Überlastung einander abwechseln.

Wozu?

Pacing, ergonomische Anpassung und dosierte Aktivität unterstützen einen planbaren Alltag ohne Heilversprechen.

Illustrativer Verlauf

Vom Befund zur relevanten Handlung.

Fiktives Beispiel zur Darstellung des Vorgehens; kein Erfolgsversprechen.

01

Ausgangssituation

Nach Knieendoprothese ist das Gehen mit Hilfsmittel möglich; Duschen, Anziehen und die Zubereitung einer Mahlzeit gelingen zu Hause jedoch nicht verlässlich.

02

Therapeutischer Fokus

Training der priorisierten Selbstversorgung, Hilfsmittelerprobung und stufenweiser Aufbau einer einfachen Küchenroutine.

03

Möglicher Zielverlauf

Möglicher Verlauf: ausgewählte Morgen- und Haushaltsaktivitäten gelingen sicherer und mit klar definiertem Unterstützungsbedarf.

Zusammenarbeit

Was Verordnende von Lemada erwarten dürfen.

  • ✓Priorisierte Therapieziele mit konkretem Alltagsbezug
  • ✓Nachvollziehbare Verlaufs- und Abschlussberichte
  • ✓Rücksprache bei relevanten Veränderungen oder Zielkonflikten
  • ✓Befundbezogene Hilfsmittel- und Umfeldempfehlungen
  • ✓Transparente Einschätzung erreichter Ziele und bestehender Grenzen

Evidenzorientierung

Leitlinienorientiert und zielbezogen evaluiert.

Wir berücksichtigen aktuelle fachliche Leitlinien und verbinden sie mit Befund, Kontext und dem priorisierten Aktivitätsziel. Wir formulieren keine Heil- oder Erfolgsgarantien.

Fachliche Abstimmung

Sie möchten einen konkreten Fall besprechen?

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