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Fachinformation für Verordnende

Psychotherapie

Wenn therapeutische Erkenntnis im Alltag noch nicht tragfähig wird.

Psychotherapie und Ergotherapie bearbeiten unterschiedliche Ebenen: Psychotherapie fokussiert Erleben, Gedanken, Emotionen und Verhalten; Ergotherapie erprobt, wie Veränderungen in Selbstversorgung, Routinen, Arbeit und sozialer Teilhabe konkret umgesetzt werden können.

Verordnungsanlässe prüfen

Rolle der Ergotherapie

Transfer statt Konkurrenz

Depressive Erkrankung

wenn Aktivierung und Tagesstruktur zwischen den Sitzungen nicht gelingen

Angst- oder Zwangserkrankung

wenn Vermeidung konkrete Alltagsrollen einschränkt

Trauma- und Belastungsfolgen

wenn Selbstfürsorge, Reizdosierung und verlässliche Routinen fehlen

Indikation innerhalb der Verordnungsbefugnis

wenn ein handlungsbezogenes Therapieziel ergotherapeutisch bearbeitbar ist

Wann sollte verordnet werden?

Wenn Erkenntnisse noch nicht in Handlung übergehen.

Eine Verordnung wird besonders relevant, wenn mindestens eine dieser Situationen konkrete Selbstständigkeit oder Teilhabe begrenzt.

01

Strategien bleiben theoretisch

Patienten können hilfreiche Gedanken benennen, aber nicht in Routinen übersetzen.

02

Alltag wird vermieden

Einkauf, Behördenpost, öffentlicher Verkehr oder soziale Aufgaben werden nicht ausgeführt.

03

Belastung wird falsch dosiert

Überforderung und vollständiger Rückzug wechseln ohne tragfähige Zwischenstufen.

04

Selbstfürsorge bleibt brüchig

Schlaf, Ernährung, Haushalt und Terminorganisation stabilisieren sich nicht.

Konkreter Patientennutzen

Was im Alltag wieder möglich werden kann.

Kurzanleitung für Psychotherapeut:innen

Ergotherapie sicher verordnen.

Seit 2021 können bestimmte Vertragspsychotherapeut:innen Ergotherapie zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen.

01

Wer darf verordnen?

An der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Psychologische Psychotherapeut:innen sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen.

02

Für welche Indikationen?

Für Erkrankungen aus dem Indikationsspektrum der Psychotherapie-Richtlinie, der neuropsychologischen Therapie und weitere Diagnosen unter den geltenden Regeln.

03

Welche Diagnosegruppen?

Je nach Diagnose kommen insbesondere PS1, PS2, PS3 sowie EN1 und PS4 in Betracht. Maßgeblich bleibt der aktuelle Heilmittelkatalog.

Behandlungspfad

Strukturiert, zielbezogen, transparent.

Der Therapieverlauf wird an der Ausführung relevanter Aktivitäten beurteilt.

  1. 01

    Befund

    Funktion, Aktivitätsdurchführung, Kontext und bisherige Kompensation werden erfasst.

  2. 02

    Ziel

    Wenige relevante Tätigkeiten werden beobachtbar und überprüfbar formuliert.

  3. 03

    Intervention

    Verfahren, Schwierigkeit, Wiederholung und Hilfestellung folgen dem klinischen Problem.

  4. 04

    Transfer

    Strategien, Hilfsmittel und Übung werden in das tatsächliche Umfeld übertragen.

  5. 05

    Evaluation

    Fortschritt, Restgrenzen und nächste Schritte werden geprüft und zurückgemeldet.

Verfahren mit klarem Zweck

Die Methode folgt dem Problem.

Auswahl und Dosierung berücksichtigen Befund, Belastbarkeit, Risiken und das vereinbarte Aktivitätsziel.

Transferaufgaben

Wann?

Wenn Erkenntnisse außerhalb der Psychotherapiesitzung nicht umgesetzt werden.

Wozu?

Eine konkrete Alltagssituation wird vorbereitet, durchgeführt und anhand beobachtbarer Kriterien reflektiert.

Abgestufte Aktivitätsaufnahme

Wann?

Bei Vermeidung oder Aktivitätsverlust.

Wozu?

Bedeutsame Tätigkeiten werden in realistischen Stufen geplant und auf Durchführbarkeit geprüft.

Routinen und externe Struktur

Wann?

Bei Problemen mit Beginn, Reihenfolge oder Verlässlichkeit.

Wozu?

Pläne, Erinnerungen und vorbereitete Umgebungen erleichtern die tatsächliche Ausführung.

Belastungs- und Pausenmanagement

Wann?

Bei wechselnder Über- und Unterforderung.

Wozu?

Körperliche und psychische Warnsignale werden mit konkreten Handlungsentscheidungen verknüpft.

Illustrativer Verlauf

Vom Befund zur relevanten Handlung.

Fiktives Beispiel zur Darstellung des Vorgehens; kein Erfolgsversprechen.

01

Ausgangssituation

Eine Patientin versteht in der Psychotherapie ihre Vermeidung, öffnet zu Hause jedoch weiterhin keine Post und versäumt Fristen.

02

Therapeutischer Fokus

Postroutine mit festem Zeitpunkt, abgestufter Bearbeitung, vorbereiteten Ablagen und Reflexion auftretender Belastung.

03

Möglicher Zielverlauf

Möglicher Verlauf: ausgewählte Schreiben werden regelmäßig geöffnet, sortiert und mit vereinbarter Unterstützung bearbeitet.

Zusammenarbeit

Was Verordnende von Lemada erwarten dürfen.

  • Priorisierte Therapieziele mit konkretem Alltagsbezug
  • Nachvollziehbare Verlaufs- und Abschlussberichte
  • Rücksprache bei relevanten Veränderungen oder Zielkonflikten
  • Befundbezogene Hilfsmittel- und Umfeldempfehlungen
  • Transparente Einschätzung erreichter Ziele und bestehender Grenzen

Evidenzorientierung

Leitlinienorientiert und zielbezogen evaluiert.

Wir berücksichtigen aktuelle fachliche Leitlinien und verbinden sie mit Befund, Kontext und dem priorisierten Aktivitätsziel. Wir formulieren keine Heil- oder Erfolgsgarantien.

Fachliche Abstimmung

Sie möchten einen konkreten Fall besprechen?

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